Jedes neue Elektroauto bedeutet für Anbieter von Elektromobilitätsdiensten ein Risiko: Der Stecker passt, aber die Ladestation lädt nicht

Obwohl es Ladestandards wie CCS2 oder CHAdeMO gibt, verfügen viele Automobilhersteller und Fahrzeugmodelle über ihre eigenen Varianten der im Standard festgelegten Kommunikationsprotokolle. Wenn eine Ladestation die Kommunikation des Fahrzeugs nicht interpretieren kann, findet keine Aufladung statt.

Das ist eine schwierige Situation für Dienstleister, die EV-Ladedienste anbieten. Ladestationen sind teure Investitionen – es geht also nicht, dass sie nicht mehr funktionieren, wenn ein neues Automodell auf den Markt kommt oder die Fahrzeugsoftware aktualisiert wird. Das ist auch für EV-Fahrer extrem ärgerlich, denn wenn ihr Akku leer ist und sie zu einer Ladestation fahren, an der sie ihr Auto nicht aufladen können, obwohl der Stecker passt, sind sie aufgeschmissen.

Der Chief Digital Officer der Kemppi-Gruppe, Juhana Enqvist, erklärt den Ladevorgang: „Ein Elektroauto zu laden bedeutet nicht einfach bloß, Strom aus dem Netz an die Akkus im Auto zu übertragen. Das Laden eines Elektrofahrzeugs ist eine Kommunikation zwischen Ladestation und Fahrzeug.“

Die mit der Cloud verbundenen Ladestationen von Kempower werden aktualisiert, um neue Automarken und -modelle zu unterstützen

Anders als bei vielen anderen Herstellern von Schnellladestationen wird die Software der Ladestationen bei Kempower von den eigenen Ingenieuren entwickelt, getestet und aktualisiert. Dabei wird auch geprüft, wie die Software mit den verschiedenen Protokollen zurechtkommt.

„Wenn neue Modelle von Elektrofahrzeugen auf den Markt kommen, testen unsere Ingenieure die Kommunikation zwischen Ladestation und Fahrzeug, interpretieren die fahrzeugspezifischen Abweichungen und aktualisieren unsere Ladestationssoftware dementsprechend. Da unsere Ladestationen mit der Cloud verbunden sind, können wir Kempower-Ladestationen innerhalb weniger Tage nach der Markteinführung neuer Fahrzeugmarken oder -modelle weltweit aktualisieren“, erklärt Enqvist stolz.

Das ist ein enormer Vorteil für Ladedienstleister und eine Erleichterung für EV-Fahrer. Wenn Dienstleister in die Ladeinfrastruktur von Kempower investieren, können sie sich darauf verlassen, dass ihre Investition nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft mit allen Marken und Modellen von Elektrofahrzeugen funktioniert. EV-Fahrer können sich darauf verlassen, dass das Aufladen funktioniert, wenn sie ihr Auto an einer Kempower-Ladestation anschließen.

Juhana Enqvist

„Ein Elektroauto zu laden bedeutet nicht einfach bloß, Strom aus dem Netz an die Akkus im Auto zu übertragen. Das Laden eines Elektrofahrzeugs ist eine Kommunikation zwischen Ladestation und Fahrzeug“, erklärt der Chief Digital Officer der Kemppi-Gruppe Juhana Enqvist den Ladevorgang.

Die Cloud-Verbindung funktioniert nur, wenn die Kommunikation funktioniert – aber was ist bei Kommunikationsausfällen?

Es kann passieren, dass bei Cloud-Diensten und den mit ihnen verbundenen Ladestationen Kommunikations- und Stromausfälle oder andere Störungen auftreten. Hier kommt uns das Erbe von Kemppi zugute. Die Schweißmaschinen von Kemppi sind seit Jahren mit Cloud-Diensten verbunden. Es kommt häufig vor, dass Schweißmaschinen an abgelegenen Standorten mit schlechtem Kommunikationsnetz eingesetzt werden oder offline sind.

„Wir haben eine Cloud-Dienstinfrastruktur entwickelt, die extrem resistent gegen alle Arten von Störungen und Kommunikations- oder Stromausfällen ist. Die Architektur und Pufferung wurden unter Berücksichtigung solcher Ausfälle konzipiert und werden von uns seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Ladestationen und Cloud-Dienste von Kempower können nach einer Störung oder Unterbrechung unabhängig voneinander wiederhergestellt werden. Es funktioniert wirklich und die Daten fließen“, erklärt Enqvist den Hintergrund des Cloud-Dienstes von Kempower.

Auf dem Schnelllademarkt ist es nicht besonders üblich, einen eigenen Cloud-Dienst zu haben, und schon gar keine Cloud-Dienst-Architektur, die in der Lage ist, alle Arten von Störungen und Ausfällen zu bewältigen.

Zuverlässigkeit bedeutet nicht nur die Behebung von Ausfällen: Sie bedeutet den Schutz Ihrer Daten

Wer lädt wann und wo? Welches Fahrzeug wird geladen? Wie lautet die Seriennummer? Wer bezahlt? Welche Zahlungsweise wird verwendet? Mit dem Laden eines Elektrofahrzeugs sind viele personenbezogene Daten verbunden. In Kombination mit anderen Daten eröffnen diese sensiblen Informationen viele Möglichkeiten – und dazu gehören auch Datenschutzverletzungen. Deshalb sind Datenschutz und Datensicherheit bei EV-Ladestationen und den mit ihnen verbundenen Cloud-Diensten besonders wichtig.

„Selbstverständlich nutzen wir eine serverlose Datenverarbeitung mit den besten Sicherheitsmechanismen auf dem Markt, damit unser Cloud-Dienst sicher und vor Ausfällen geschützt ist. Wir haben uns für Amazon als Partner entschieden, da deren serverlose Datenverarbeitungsdienste die fortschrittlichsten auf dem Markt sind“, erklärt Enqvist.

„Es ist aber nicht nur die Technologie – wir haben die gesamte Cloud so konzipiert, dass keine personenbezogenen Daten darin gespeichert werden. Manche E-Mobilitätsdienstleister übermitteln eine Kunden-ID, aber auch diese ist nicht mit personenbezogenen Daten verknüpft. Wir können eine nicht identifizierbare, einmalige Lade-ID verwenden, um die Übermittlung personenbezogener Daten zu verhindern“, ergänzt Enqvist seine Ausführungen zum Thema Datensicherheit.

Fuhrparkmanagement, Berichterstattung und Integration

Öffentliche Verkehrsbetriebe und Unternehmen mit großen Fuhrparks verfügen über leistungsfähige Fuhrparkmanagementsysteme, mit denen sie Fahrzeuge, Fahrer, den Verbrauch von Kraftstoff – oder in unserem Fall Strom –, Fahrzeugwartungsaufzeichnungen und vieles mehr überwachen. Die Kempower-Cloud unterstützt die Integration in diese Systeme und den Informationsfluss in beide Richtungen.

„Ein einfaches und hilfreiches Beispiel für die Nutzung der Cloud ist eine Preisliste: Anstatt Preisetiketten auf die Ladestationen zu kleben, die bei einer Aktualisierung ausgetauscht werden müssen, können die Betreiber die Preislisten über die Cloud aktualisieren, da alle unsere Ladestationen über einen 7″-Touchscreen verfügen. Denken Sie an die Kosteneinsparungen bei Aktualisierungen der Preisliste gegenüber dem Austausch von Etiketten“, bemerkt Enqvist.

„Eine weitere wichtigere Funktion sind die vorbeugenden Informationen des Fahrzeugs und des Ladesystems. Wir können dem Fuhrparkmanagementsystem mitteilen, wenn sich ein Fahrzeug, sein Akku, das Ladesystem oder unsere Ladestation ungewöhnlich verhält. Auf diese Weise kann das Fuhrparkmanagement das Problem beheben, bevor ein Fahrzeug zum Beispiel auf der Straße oder in einem Bergwerkstollen liegen bleibt“, sagt Enqvist über die Integration der Kempower-Cloud in das Fuhrparkmanagementsystem.

Enqvist und sein Team möchten eine Ladeinfrastruktur aufbauen, deren Nutzung ein Vergnügen ist

Wenn man die Meinungen von EV-Fahrern zu Schnellladestationen liest, stößt man auf zahlreiche Beschwerden. Die Benutzeroberflächen sind schwer zu bedienen, die Bezahlung ist kompliziert, die Ladegeschwindigkeiten schwanken und die Tarife sind unklar.

„Ein Teil des Problems besteht darin, dass viele Hersteller ihre Software und Cloud-Dienste outsourcen, was lange Entwicklungszyklen und unzufriedene Benutzer zur Folge hat. Wir bei Kempower kümmern uns selbst um unsere Software, Hardware und Cloud-Dienste, was bei der Schaffung benutzerfreundlicher Ladestationen mit zufriedenen Benutzern ein klarer Vorteil ist“, so Enqvist abschließend.

„Mit jahrelanger Erfahrung im Fahren und Laden von Elektrofahrzeugen und mit Hunderttausenden von Kilometern hinter uns möchten mein Team und ich einfache und zuverlässige Ladestationen bauen, die wir selbst und alle anderen gerne nutzen“, erklärt er.

In vielen Ländern ist die Ladeinfrastruktur noch im Aufbau. Das Angebot von Kempower reicht von mobilen Ladestationen der T-Serie mit 40 kW bis hin zu Ladeinfrastruktursystemen im Megawattbereich.

„Mit elektrischem Strom kennt Kempower sich aus. Die in unseren Ladestationen verwendeten Leistungsmodule basieren auf seit Jahrzehnten bewährter Technologie und sind die besten auf dem Markt. Ich glaube allerdings, dass Cloud-Dienste die am schnellsten wachsende Technologie sind und wir erst am Anfang stehen“, sagt Enqvist mit Blick in die Zukunft.

Cloud-Dienste eröffnen neue Möglichkeiten. Ladestationen könnten einen Kanal für Kommunikation, Marketing und weitere Dienstleistungen schaffen.

„Ich stelle mir zum Beispiel eine App vor, die Sie darüber informiert, ob die Ladestationen, an denen Sie vorbeikommen, verfügbar sind oder gerade von einem anderen Kunden verwendet werden. Oder die Möglichkeit, sich während des Ladevorgangs mit der Autowerkstatt oder dem Support in Verbindung zu setzen. Einzelhandelsgeschäfte mit Cloud-verbundenen Ladestationen auf dem Parkplatz können zusätzliche Dienstleistungen für Kunden anbieten“, überlegt Enqvist.

 

 

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