Skalierbare Ladeinfrastruktur für eine wachsende Elektro-Lkw-Flotte: Lieferung des ersten Megawatt-Ladesystems Norwegens an das 700 Lkw umfassende Vertriebsnetz von ASKO
Kempower hat sich mit ASKO, Norwegens größtem Lebensmittelgroßhändler, zusammengetan, um eine der größten Herausforderungen der Elektrifizierung in den nordischen Ländern zu lösen: die Stromversorgung einer ständig wachsenden Flotte von Elektro-Lkw, die fast rund um die Uhr im Einsatz sind und kaum Spielraum für Verzögerungen haben. Kempower betrachtete das Laden nicht als grundlegende Infrastruktur, sondern als geschäftskritische Logistikfunktion und schuf so ein landesweites, hochzuverlässiges Lade-Ökosystem, darunter Norwegens erstes Megawatt-Ladesystem. Das Ergebnis ist eine Flotte, die schneller lädt, zuverlässiger fährt und eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 95 % erzielt, während die hohe Lieferleistung von ASKO beibehalten wird.
Die Anforderungen an die Elektrifizierung eines Vertriebsnetzes mit 700 Lkw
ASKO hat sich verpflichtet, die Emissionen aller Lieferungen zu eliminieren. Das Ziel ist ein fossilfreier Transportbetrieb – eine der mutigsten Verpflichtungen in der Region. Dies erfordert eine Umstellung der Flotte von 700 Lkw. Mit 200 elektrifizierten Lkw bis Ende 2025 markieren sie die erste entscheidende Phase der Elektrifizierung. Die Elektrifizierung einer so großen Flotte brachte jedoch eine tiefere betriebliche Wahrheit ans Licht, die über Erfolg oder Misserfolg des gesamten Programms entscheiden würde:
Für eine Flotte, die rund um die Uhr mit minimaler Pufferzeit im Einsatz ist, ist das Laden nicht nur eine Frage der Energieinfrastruktur – es ist eine geschäftskritische Logistikfunktion, bei der schon kleine Verzögerungen die gesamte Lieferkette stören können.
Um das Geschäft von ASKO zu unterstützen, musste das Ladenetzwerk mit derselben Präzision und Zuverlässigkeit funktionieren wie die Logistikabläufe des Unternehmens. Das bedeutete, ein System zu entwickeln, das nicht nur schnell, sondern auch vorhersehbar, bedarfsgerecht verfügbar, intelligent verwaltet und mit der Flotte skalierbar war.
Elektro-Lkw mussten während knapper Routenübergänge, während der gesetzlich vorgeschriebenen 45-minütigen Fahrerpausen und während der Übernachtung effizient aufgeladen werden – und das alles ohne betriebliche Engpässe. Die Zuverlässigkeit der Aufladung musste die traditionellen Standards der Energieinfrastruktur übertreffen, da jede Störung sich auf die Lieferpläne auswirken würde. Das Ladesystem musste auch in die Logistikplanungstools von ASKO integriert werden, damit Fahrzeuge, Ladegeräte, Routenpläne und Netzbedingungen in Echtzeit synchronisiert werden konnten.
Ohne ein Lade-Ökosystem, das als logistisches Rückgrat und nicht als eigenständige Energieanlage aufgebaut war, riskierte ASKO Lieferverzögerungen, eine geringere Flottenauslastung und das Verfehlen seiner Nachhaltigkeitsziele.
„Die Elektrifizierung einer Flotte dieser Größe erforderte ein zuverlässiges Lade-Backbone, das mit unserem Betriebstempo Schritt halten konnte“, sagte Lars Erik Olsen, Technischer Leiter bei ASKO Norway. Kempower hat alle unsere Erwartungen übertroffen.
„Mit Kempower haben wir gezeigt, dass eine groß angelegte, nachhaltige Logistik nicht nur möglich ist – sie findet bereits statt.“
Antrieb für die nächste Generation der Logistik von ASKO
Um die logistikkritischen Anforderungen von ASKO zu erfüllen, entwickelte Kempower ein integriertes, modulares Ladeökosystem, das einen schnellen, vorhersehbaren und äußerst zuverlässigen Betrieb von Schwerlast-Elektrofahrzeugen in ganz Norwegen unterstützt.
Seit 2022 hat Kempower mehr als 185 Ladestationen in den 15 Vertriebszentren von ASKO geliefert. Zu diesen Standorten gehören leistungsstarke Kempower-Satellitenladegeräte mit einer Leistung von bis zu 400 kW, die eine vollständige Aufladung über Nacht ermöglichen und gleichzeitig sinnvolle Gelegenheiten zum Aufladen während Routenübergängen und kurzen Pausen bieten.
Diese Kapazität wurde bei ASKO Vestby erheblich erweitert, dem ersten Standort in Norwegen, an dem ein Megawatt-Ladesystem installiert wurde. Kempower lieferte zwei 1,2-MW-Kempower-Power-Units, die an eine Kombination aus MCS- und CCS2-Hochleistungs-Ladegeräten angeschlossen sind, die bis zu 1,2 MW bei 1500 A liefern können. Diese Leistung reduziert die typische Ladezeit für Schwerlastfahrzeuge von etwa 60 Minuten auf unter 45 Minuten, was perfekt mit den gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpausen übereinstimmt und das Laden als Ursache für Betriebsausfälle beseitigt.
Zuverlässigkeit wurde in den Kern des Systems integriert. Die modulare Architektur von Kempower stellt sicher, dass bei einem Ausfall eines Moduls die anderen Module weiterarbeiten und die Ladeverfügbarkeit während der Spitzenlastzeiten aufrechterhalten bleibt. An allen ASKO-Standorten erreichen die Ladegeräte von Kempower laut Daten, die seit 2018 aus mehr als 13 Millionen Ladevorgängen in der gesamten installierten Basis von Kempower gesammelt wurden, durchweg eine Verfügbarkeit von über 99 %.
Um sicherzustellen, dass der Ladevorgang nahtlos in den täglichen Logistikablauf von ASKO integriert ist, hat Kempower seine cloudbasierte Lademanagement-Plattform ChargEye in die bestehende Transportmanagement-Software PANION von ASKO integriert, die von K2 Mobility entwickelt wurde. Diese Integration ermöglicht die Echtzeit-Koordination von Fahrzeugstatus, Ladegerätverfügbarkeit, Routenplänen und Einschränkungen des Stromnetzes. Außerdem kann ASKO damit Ladepläne optimieren, Spitzenenergiekosten senken und dynamisch auf betriebliche Veränderungen reagieren.
Die Benutzerfreundlichkeit war ein wichtiger Faktor bei der Konzeption der Ladegeräte und Standorte. Das große und robuste Design der Kempower Mega Satellites macht sie sehr wartungsfreundlich, was bei Elektro-Lkw, bei denen unerwartete Ausfallzeiten extrem kostspielig sind, von entscheidender Bedeutung ist. Die federbelasteten Kabel der Ladegeräte, bei denen der MCS-Stecker bei einem Sturz an Ort und Stelle hängen bleibt, anstatt auf den Boden zu fallen, machen das ansonsten steife und schwere Kabel für Lkw-Fahrer leichter zu handhaben.
Skalierbarkeit ist ein weiteres wichtiges Merkmal der Lösung von Kempower. ASKO kann seine Ladekapazität in 50-kW-Schritten erweitern, während die dynamische Stromverteilung in 25-kW-Schritten es dem System ermöglicht, die Stromzuteilung effizient an den Bedarf der Fahrzeuge anzupassen. Die in Vestby installierte Infrastruktur ist auch für die zukünftige Versorgung externer Schwerlast-EV-Flotten ausgelegt, sodass ASKO eine breitere Elektrifizierung in der Region unterstützen und potenziell neue Einnahmequellen erschließen kann.
Scania, der Hersteller der Elektro-Lkw von ASKO, war ein weiterer wichtiger Teil des Puzzles. Scania Pilot Partner entwarf die ersten MCS-fähigen Lkw von ASKO so, dass sie sowohl mit dem neuen MCS- als auch mit dem bestehenden CCS2-Standard aufgeladen werden können, sodass sich die Lkw während der MCS-Übergangsphase an unterschiedliche Ladeszenarien anpassen können. Kempower und Scania arbeiteten eng zusammen, um sicherzustellen, dass die Ladegeräte und Lkw miteinander kommunizieren und einen effizienten Betrieb unterstützen.
Messbare operative und ökologische Ergebnisse
Die bahnbrechende Partnerschaft zwischen Kempower, Scania und ASKO hat zu messbaren Ergebnissen in Bezug auf Logistikleistung, betriebliche Effizienz, Geschäftswert und Umweltverträglichkeit geführt.
Unterstützung des Flottenbetriebs bei voller Geschwindigkeit
Die über 99-prozentige Verfügbarkeit des Systems stellt sicher, dass die Lkw genau dann zuverlässig aufgeladen werden können, wenn es erforderlich ist, sodass ASKO weiterhin auf seine Zeitplanung vertrauen kann. Durch die Einführung des MCS-Ladevorgangs in Vestby können die Lkw innerhalb des von den Fahrerbestimmungen vorgeschriebenen Zeitfensters von 45 Minuten vollständig aufgeladen werden, wodurch ladebedingte Ausfallzeiten praktisch ausgeschlossen sind. Durch die Kombination aus nächtlichem Laden und schnellem Aufladen während des Tages können die Lkw rund um die Uhr ohne Unterbrechung im Einsatz bleiben.
Höhere betriebliche Effizienz und niedrigere Energiekosten
Durch die Integration von ChargEye und dem PANION-Logistiksystem von ASKO profitiert ASKO nun von vollständiger Transparenz hinsichtlich des Ladeaufkommens, der Routenplanung, der Flottenbereitschaft und der Netznutzung. Diese einheitliche Übersicht ermöglicht eine bessere Planung, reduziert den Spitzenenergieverbrauch und verbessert die Koordination zwischen Ladevorgängen und Logistik. Die in die Hardware integrierte Redundanz minimiert Betriebsunterbrechungen weiter und unterstützt eine konsistente Flottenleistung.
Zukunftssichere Infrastruktur, die den Unternehmenswert steigert
ASKO betreibt nun eine Infrastruktur, die nicht nur die heutige Flotte unterstützt, sondern auch für die Zukunft gerüstet ist. Das modulare Design ermöglicht es ASKO, die Leistungskapazität schrittweise zu erweitern, wenn die Flotte wächst. Die Hochleistungs-MCS-Station in Vestby wird schließlich auch andere gewerbliche Flotten versorgen können, sodass ASKO zu einem breiteren Ökosystem für den Einsatz von Elektro-Schwerlastfahrzeugen beitragen kann.
Wichtige Umweltmeilensteine vorzeitig erreicht
Die Elektrifizierungsbemühungen von ASKO, unterstützt durch das Ladeökosystem von Kempower, haben zu einer Reduzierung der CO₂-Emissionen der bereits ersetzten Lkw um 95 % geführt – das entspricht etwa 1.700 Tonnen pro Jahr. Durch diesen Fortschritt konnte ASKO seine vorläufigen Nachhaltigkeitsziele weit vorzeitig erreichen und damit zeigen, dass leistungsstarke Logistik und ehrgeizige Klimaziele Hand in Hand gehen können.
„Diese Anlage ist mehr als nur eine Ladestation – sie ist ein Symbol dafür, was wir erreichen können, wenn Technologie und Zusammenarbeit in die gleiche Richtung gehen“, sagte Marius Råstad, Corporate Logistics Manager für Outbound Transport bei ASKO Norway.
„Als wir 2022 unsere Partnerschaft begannen, forderte uns ASKO auf, ‚wie ein Lkw-Fahrer zu denken‘. Diese Denkweise prägte jede Designentscheidung in den 15 Depots, von Überkopf-Ladelösungen und Kabelarmen über Nachtladungen bis hin zu Megawatt-Ladevorgängen. Letztendlich half sie uns dabei, ein Ladesystem zu entwickeln, das die Mission von ASKO unterstützt“, fügte Terje Ekberg, Senior Sales Manager bei Kempower Norway, hinzu.