electric boat in Norway with evoy motor and powered by Kempower charging system
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Mit dem Strom in die maritime Zukunft: Elektrifizierung von Häfen, Schiffen und Booten

Klimawandel setzt auch maritimen Sektor unter Druck

Elektrifizierung gilt als einer der effektivsten Wege zur Dekarbonisierung und Klimawende. Es ist daher nur konsequent, dass sich internationale Organisationen nach dem Vorbild der Elektromobilität an Land nun auch den Meeren zuwenden.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat eine Richtlinie verabschiedet, nach der die Emissionen bis 2050 um 50 % reduziert werden sollen. Damit sind Boote und Schiffe ganz klar in der Pflicht, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren.

In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt auf der Elektrifizierung größerer Schiffe und Fähren, aber auch kleinere Arbeits- und Freizeitboote sind für den vollständigen Umstieg auf Elektromobilität im maritimen Sektor wichtig. Um der Marktnachfrage nach Elektrobooten gerecht zu werden, hat Kempower seinen Fokus auf maritime Ladelösungen verstärkt und eines seiner ersten maritimen Projekte realisiert.

Herausforderungen bei der Elektrifizierung der Schifffahrt

Auch wenn die zunehmende Verbreitung von Elektrobooten zu begrüßen ist, gibt es derzeit nicht genügend Ladestationen, um die Besitzer von Elektrobooten entsprechend zu unterstützen. Die fehlende Ladeinfrastruktur erschwert den Betrieb von Elektrobooten zusätzlich, da sie eine geringere Reichweite haben als ihre mit fossilen Brennstoffen betriebenen Pendants. Um diese Herausforderungen zu meistern, ist ein umfassendes Netzwerk notwendig, damit die Elektrifizierung gelingen kann.

„Entscheidend für die Akzeptanz von Elektrobooten ist die Ladeinfrastruktur. Das Aufladen wird zum größten Teil an der heimischen Ladestation erfolgen, mit langsamer Aufladung über Nacht. Für Langstrecken- und Hochgeschwindigkeitsfahrten benötigen wir jedoch ein Netz von Schnellladestationen. Anbieter wie Plug und Kempower arbeiten daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen“,

meint Kjetil Watnedal, Chief Digital Officer bei Evoy.

Ein Vorteil ist, dass die Schifffahrtsindustrie sich an der Elektrofahrzeugindustrie an Land orientieren kann, die zeigt, wie das Aufladen auch auf See erfolgreich umgesetzt werden kann. Einige Anbieter von Ladelösungen setzen sich beispielsweise dafür ein, dass alle maritimen Ladestationen standardmäßig mit CCS2-Steckern ausgestattet werden, dem europäischen Standard für Schnellladestecker, der sowohl Wechselstrom- als auch Gleichstromladung unterstützt.

Wie ein Hersteller von Elektromotoren, ein Anbieter von Ladestationen und ein Landstromversorger das E-Boot Wirklichkeit werden lassen

Wie in der EV-Industrie ist Norwegen auch bei der Elektrifizierung der Schifffahrt Vorreiter. Daher ist es nur folgerichtig, dass Kempower, ein Unternehmen, das DC-Schnellladelösungen für Elektrofahrzeuge entwickelt und herstellt, Norwegen für die Lieferung seiner ersten E-Boot-Ladelösungen ausgewählt hat. Kempowers Einstieg in die Elektrifizierung der Schifffahrt beginnt mit zwei lokalen norwegischen Unternehmen, Plug und Evoy. Plug entwickelt, baut und betreibt Anlagen, die Schiffe mit Landstrom versorgen, während Evoy nachhaltige elektrische Antriebssysteme entwickelt, um den Übergang zu emissionsfreien Elektrobooten zu beschleunigen.

Plug hat mit dem Aufbau eines Netzes für das Aufladen von Booten mit den DC-Schnellladelösungen von Kempower begonnen. Die von Plug ausgewählten Ladestationen an der norwegischen Küste sind mit Kempower Satellites und Kempower Power Units ausgestattet, die von der Cloud- und Datenmanagementlösung Kempower ChargEye unterstützt werden.

Die erste Anlage in der Stadt Florø in der Kommune Kinn verfügt über zwei Kempower Satellites, von denen einer Autos und der andere Boote mit Strom versorgt. Um die Endkunden noch besser bedienen zu können, wurde die Ladeleistung kürzlich von 150 kW auf 200 kW erhöht.

Die Stadt Rosendal in der Kommune Tysnes hat zwei Kempower Satellites auf einem Schwimmdock am Hauptpier der Stadt installiert. Diese Station kann insgesamt 400 kW Ladeleistung oder 200 kW pro Kempower Satellite liefern.

Die Stadt Våge, ebenfalls in der Kommune Tysnes, hat kürzlich ihre ersten Schnellladestationen installiert und profitiert von der Multimodalität der Kempower-Ladegeräte. Mit dem flexiblen System von Kempower stehen vier der Ladestationen für das Aufladen von Elektrofahrzeugen auf dem Parkplatz und zwei für das Aufladen von Booten auf einem Schwimmdock zur Verfügung. Diese Station in Våge kann als die leistungsstärkste öffentlich zugängliche Ladestation der Welt für die Kombination von Auto und Boot bezeichnet werden. Die Ladestation verfügt über eine Gesamtleistung von 600 kW, wobei jeder Bootsladeanschluss bis zu 220 kW Ladeleistung liefern kann.

Die Vorteile von Kempowers Ladesystem für Wasserfahrzeuge

Durch den geringen Platzbedarf der Kempower Satellite Ladesäulen ist das Kempower Ladesystem für Elektroboote ideal für schwimmende Stege und Docks. Die Ladestation Våge in Norwegen bietet durch ihre dynamische Funktionalität mehrere Vorteile. An dieser Ladestation kann die Leistung zwischen E-Autos und E-Booten verteilt werden. Dadurch erhöht sich die Rendite für Plug, das den Strom für diese Ladegeräte liefert.

„Für Plug war es wichtig, einen Partner zu finden, der Systeme, Technologie und Support liefern konnte. Wir brauchen Lieferanten, die über eine gute technische Ausstattung und einen guten Support verfügen. Wir haben festgestellt, dass nicht viele Anbieter über dieses Satellitenprinzip verfügen, bei dem wir eine zentrale Stromversorgungseinheit haben und die Leistung dynamisch auf die einzelnen Ladesäulen verteilen können. Das gibt es in dieser Form nur bei Kempower, und es eignet sich sehr gut für maritime Anwendungen,“

so Bjørn Hønsi Følling, Head of Maritime Charging bei Plug.

Darüber hinaus ist das Kempower-Ladesystem ideal, da es die Möglichkeit bietet, die Anzahl der Ladegeräte an der Ladestation zu erhöhen, wenn mehr Elektroboote als bisher auf dem Wasser unterwegs sind.

In Jacht- und Bootshäfen ist mit einer rauen Umgebung zu rechnen. Daher müssen die Ladelösungen diesen schwierigen Bedingungen standhalten können. Die Kempower-Technologie zeichnet sich durch eine galvanisch getrennte Gleichstromversorgung aus, die Korrosionsschäden vorbeugt. Die langlebigen Ladegeräte des Unternehmens bieten zudem einen Schutz, der über die Industriestandards hinausgeht. Nicht nur das Gehäuse, in dem die Ladegeräte untergebracht sind, sondern auch die Elektronik im Inneren ist vor Umwelteinflüssen geschützt. Das Ladegerät ist so konstruiert, dass es Staub und Kondenswasser abweist.

„Die unterschiedlichen und rauen Wetterbedingungen in Norwegen, insbesondere im Winter, stellen uns vor einige Herausforderungen. Die nahezu wasserdichten Kempower Satellites können in unmittelbarer Nähe der Bedarfsstelle auf einem Schwimmdock installiert werden.

Nächste Schritte für Wachstum im maritimen Sektor

Kempower, Plug und Evoy haben Gebiete für weitere Ladestationen in Norwegen identifiziert und planen, auch in andere Länder zu expandieren.

„Elektrisch betriebene Boote und andere Wasserfahrzeuge für Freizeit und Sport sind bereits Realität. Wir bei Kempower möchten unseren Teil dazu beitragen, die Branche der Elektroboote und -schiffe voranzubringen, indem wir die vielseitigsten und benutzerfreundlichsten Ladelösungen auf dem Markt anbieten“, erklärt Jesse Makkonen, Segmentbetreuer Marine and Ports bei Kempower.

„Angesichts des weltweiten Kampfes gegen den Klimawandel und der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit wird die Entwicklung hin zu umweltfreundlicheren Lösungen auch im maritimen Bereich vorangetrieben“, merkt Kjetil Watnedal von Evoy an.

„Noch vor einigen Jahren haben einige Leute über Elektroboote gelacht. Heute geben sie zu, dass dies die Zukunft ist, und dass sie genau das wollen. Dies ist auch die Motivation für Plug. Wir wollen den Ausbau eines öffentlich zugänglichen Ladenetzes in Norwegen, in Nordeuropa und im Rest der Welt vorantreiben“, so Bjørn Hønsi Følling von Plug.